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Alkohol – tickende Zeitbombe für Kinder und Jugendliche
Anlässlich der Versammlung der örtlicher Vertreter der Vereine und Verbände in der Gemeinde Dipperz war die Gefahr des Alkohols für Kinder und Jugendliche ein sehr aktuelles und interessantes Thema. Zu dem immer größer werdenden Problemen des Alkoholkonsums - vor allem der so genannten Alkopops – durch Kinder und Jugendliche nahmen zwei Fachleute Stellung: Polizeioberkommissar Engelbert Auth von der Polizeidirektion Fulda und Herr Dr. med. Freier, Anästhesist, ehemalig tätig am Städtischen Klinikum Fulda. Sie bezeichneten die Alkopops – als die süßen Verführer. Die sind süß, süffig, farbig und frech gestaltet, um gezielt ein jugendliches Publikum anzusprechen. Alkoholische Mischgetränke haben großen Erfolg. Nach einer Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stehen sie in der Beliebtheitsskala bei Jugendlichen ganz oben und haben Bier und Wein den Rang abgelaufen. Sie sind im Trend, vor allem als Partygetränk. Als „Alkopops“ werden Limonaden oder andere Süßgetränke bezeichnet, die mit Alkohol gemischt sind. Sie sind nicht ohne: Alkopops haben einen Alkoholgehalt von durchschnittlich 6-7 Volumen Prozent und enthalten damit mehr als 2 Schnapsgläser Hochprozentigen pro Flasche. Geschmacklich wird der Alkohol allerdings vom Zucker und künstlichen Geschmack überlagert. Das birgt Gefahren. Jugendliche denen Alkohol noch nicht schmeckt, werden zum Trinken verführt, und zwar in immer jüngerem Alter. Weil ihre körperliche Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist, reagieren sie empfindlicher auf Alkohol als Erwachsene. Und das Risiko körperlicher Schädigung ist entsprechend größer. Je früher und je mehr Alkohol konsumiert wird, desto größer ist die Gefahr, im Verlauf des Lebens Alkoholprobleme zu entwickeln. Unkontrolliertes Verhalten als Folge des Alkoholkonsums kann zu sozialen Problemen führen und bereits bei geringen Mengen Alkohol ist das Unfallrisiko deutlich erhöht. Die Alkoholindustrie setzt seit mit der 90er Jahre auch in Deutschland zunehmend auf diese neue Generation alkoholischer Getränke. Mit Alkopops wird gezielt ein trendbewusstes und junges Publikum angesprochen. Der Konsum von Alkopops ist stark angestiegen, während der Konsum anderer alkoholischer Getränke nur leicht rückläufig ist. Sowohl der Geschmack als auch die Aufmachung sprechen eindeutig ein jugendliches Publikum an. Und die Werbestrategien der Alkoholindustrie sind augenscheinlich aufgegangen, denn Alkopops sind bei Jugendlichen sehr beliebt. Die Alkoholindustrie bewirbt Alkopops mit spezifischen Marketingkonzepten und mit eigens entwickelten Markenamen. Die neuen Produkte werden in denen sich rasch wandelnden jugendlichen Subkulturen positioniert und mit Werten wie „Fun“, „Fresh“ und „Cool“ aufgeladen. Die Folge ist, dass immer jüngere Konsumenten zu Alkopops greifen. Die Verkaufszahlen von Mixgetränken in Deutschland sprechen für sich: Der Absatz im Lebensmitteleinzelhandel stieg von Januar 2001 bis Januar 2002 um 341,3 %. Und der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 474,1 % auf 63,5 Mio. Euro.
Die ersten Kontakte mit dem Alkohol erfolgen meist innerhalb der Familie und bei festlichen Anlässen. Mit zu nehmenden Alter wird die Gruppe der Gleichaltrigen für Jugendliche wichtiger und deren Einfluss nimmt zu. Gerade das Trinkverhalten Jugendlicher orientiert sich wesentlich an Gleichaltrigen. In den letzten Jahren ist dabei insbesondere das Rauschtrinken unter Jugendlichen als problematischer Trend zu beobachten. Mit der Folge, dass immer mehr Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus eingeliefert werden. Viele Eltern, Lehrerinnen und Lehrer machen sich Sorgen, dass Kinder und Jugendliche durch die alkoholischen Mixgetränke schon früh zum regelmäßigen Alkoholkonsum verleitet werden. Was können wir tun?
- Achten Sie darauf, dass Kinder generell keinen Alkohol trinken.
- Versuchen sie darauf hinzuwirken, dass Jugendliche so spät wie möglich mit dem Alkoholkonsum beginnen, machen Sie Alternativen zum Trinken von alkoholischen Getränken deutlich.
- Beobachten Sie Ihren eigenen Alkoholkonsum und überlegen Sie, wie Ihr Verhalten von Ihren Kindern und Jugendlichen interpretiert werden könnte.
- Klären Sie Kinder und Jugendliche über die Wirkung von Alkopops auf. Es ist wichtig, sie über den Alkoholgehalt zu informieren und gemeinsam mit ihnen zu überlegen, warum in den Alkopops der Alkoholgeschmack künstlich überdeckt wird.
- Achten Sie in Ihrer Umgebung auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen. Sprechen Sie mit den Verkäufer/-innen, bei denen Sie beobachtet haben, dass das Jugendschutzgesetz nicht eingehalten wird.
Gesetzliche Regelungen: Nach dem Jugendschutzgesetz dürfen Alkopops, die Spirituosen enthalten, nicht an Personen unter 18 Jahren abgegeben werden; Mixgetränke, die Bier, Wein oder ähnliches enthalten, nicht an Jugendliche unter 16 Jahren. |